Und warum ich aufgehört habe, darauf zu warten, dass es einfacher wird.
Niemand hat mir einen Plan gegeben. Keinen Fahrplan, keine Anleitung, kein Handbuch für Frauen, die Mama sind, funktionieren müssen und trotzdem irgendwo dazwischen noch ein eigenes Leben aufbauen wollen. Ich hab das alles selbst rausgefunden. Meistens im Chaos.
Ich erinnere mich an den Moment, wo ich aufgehört habe zu warten. Nicht auf den perfekten Zeitpunkt. Nicht darauf, dass die Kinder größer sind. Nicht darauf, dass ich endlich genug Zeit habe, genug Geld, genug Energie, genug Sicherheit.
Ich habe einfach angefangen.
Nicht weil alles gestimmt hat. Sondern weil ich irgendwann gemerkt habe, dass der richtige Moment nicht kommt. Dass er nicht anklopft. Dass man ihn sich nehmen muss, auch wenn er sich falsch anfühlt. Auch wenn der Kopf noch sagt: Noch nicht. Noch nicht bereit. Noch nicht genug.
Dieser innere Widerstand ist real. Ich kenne ihn. Ich kenne die Tage, wo man morgens aufsteht, zwei Kinder fertigmacht, die Küche aufräumt, drei To-dos erledigt und dann endlich am Laptop sitzt. Und dann sitzt man da. Und weiß nicht, wo man anfangen soll. Weil der Kopf schon voll ist, bevor der Tag richtig begonnen hat.
Das ist Mama-Sein und Business gleichzeitig. Es ist nicht romantisch. Es ist nicht immer inspirierend. Manchmal ist es einfach nur laut.
Was das Mama-Sein mit einem Business zu tun hat
Ich habe irgendwann gemerkt, dass genau das mein größtes Asset ist. Nicht obwohl ich Mama bin. Sondern weil ich es bin. Weil ich weiß, was es heißt, Dinge zu organisieren, wenn keine Zeit da ist. Prioritäten zu setzen, wenn alles gleichzeitig brennt. Kreativ zu sein, wenn der Kopf leer ist.
Mamas, die ein Business aufbauen, sind nicht trotz ihrer Situation erfolgreich. Sie sind es durch sie.
Das klingt nach einem netten Satz auf einer Postkarte, aber ich meine es wirklich so. Weil die Fähigkeiten, die man als Mama täglich einsetzt, genau die sind, die ein Business braucht. Multitasking nicht als Buzzword, sondern als gelebte Realität. Entscheidungen treffen ohne alle Informationen. Weitermachen, auch wenn man nicht weiß, wie es ausgeht.
Das Einzige, was mir gefehlt hat, war die Erlaubnis. Die Erlaubnis, das auch als Leistung anzuerkennen. Die Erlaubnis, das nach außen zu tragen. Die Erlaubnis, zu sagen: Ich baue hier gerade etwas auf. Und das zählt.
„Der Moment, wo du aufhörst zu warten, ist nicht der Moment der Niederlage. Es ist der Moment, wo du anfängst, dir selbst mehr zu glauben als anderen.“
Wie mein Alltag wirklich aussieht
ELOSIE ist nicht über Nacht entstanden. Es ist gewachsen, während ich versucht habe, mir die Zeit dafür zu nehmen. Zwischen Stress, Zweifeln und Ängsten. An Vormittagen, wenn beide in der Schule und im Kindergarten sind. Nach dem Zubettbringen, wenn endlich Stille ist. In den Momenten, die nur mir gehören.
Es gibt Wochen, in denen läuft alles. In denen entstehen Ideen, in denen fühlt sich alles möglich an. Und dann gibt es Wochen, in denen ist ein Kind krank, der Kopf voll, und es passiert einfach nichts. Auch das gehört dazu. Ich lasse es sein, ohne daraus eine Geschichte zu machen.
Was ich gelernt habe: Der Rhythmus eines Business, das Mamas aufbauen, sieht anders aus als der Rhythmus eines Business, das jemand ohne diese Verantwortung aufbaut. Das ist nicht schlechter. Es ist nur anders. Und wer das akzeptiert, kommt weiter als jemand, der versucht, ein System zu kopieren, das nicht für seine Realität gemacht ist.
WAS ICH IN DIESEM PROZESS GELERNT HABE
- Perfekt ist der Feind von fertig. Immer.
- Kleine Schritte jeden Tag sind mehr wert als der große Moment, auf den man wartet.
- Sichtbar sein fühlt sich falsch an, bis es sich richtig anfühlt.
- Niemand wartet auf den perfekten Moment. Den gibt es nicht.
- Das eigene Business aufzubauen, ist der ehrlichste Spiegel, den es gibt.
- Die Stimmen, die zweifeln, werden nicht leiser. Man lernt nur, sie nicht mehr so laut zu machen.
Der Mental Load, den niemand sieht
Es gibt einen Teil dieses Weges, über den kaum jemand spricht. Den Teil, der unsichtbar ist. Der nicht in einem Businessplan auftaucht und nicht in einem Erfolgsstory-Post auf Instagram.
Der Mental Load. Das ständige Mitdenken. Das Nicht-abschalten-Können. Die Liste im Kopf, die nie kürzer wird. Arzttermin, Schule, Geburtstag, Einkauf, Kita, und irgendwo dazwischen: das eigene Business.
Ich habe lange versucht, das sauber zu trennen. Mama-Modus und Business-Modus. Irgendwann habe ich aufgehört damit. Nicht weil ich aufgegeben habe, sondern weil ich gemerkt habe, dass es keine Trennung gibt. Es ist alles ich. Und das ist okay.
Was hilft, ist nicht weniger zu fühlen. Was hilft, ist einen Ort zu haben, wo man das rauslässt. Für mich ist das Schreiben. Für andere ist es ein Gespräch, ein Spaziergang, ein leeres Notizbuch. Was auch immer es ist, es braucht einen Ort.
Für wen ich das hier schreibe
Für dich, wenn du gerade mittendrin bist. Wenn du weißt, dass da noch mehr ist, aber nicht genau weißt wie. Wenn du morgens aufstehst und das Gefühl nicht loswirst, dass du eigentlich woanders sein solltest.
Nicht weil du mit dem, was du hast, unzufrieden bist. Sondern weil du weißt, dass da noch etwas wartet. Etwas, das nach dir klingt. Etwas, das du selbst gebaut hast.
Ich weiß nicht, wo du gerade stehst. Aber ich weiß, dass der erste Schritt selten der mutige ist. Meistens ist er einfach nur der nächste.
Und manchmal reicht das.
Der perfekte Moment kommt nicht. Du machst ihn.
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