Wer springt ein, wenn niemand einspringt?
Es gibt keinen Anruf beim Chef.
Keine Krankmeldung, die ich einreiche.
Keine Kollegen, die übernehmen.
Wenn mein Kind krank ist und ich selbstständig bin, entscheide ich alleine, was heute passiert. Klingt nach Freiheit. Fühlt sich manchmal anders an.
Du kennst diesen Morgen. Alles fängt normal an, und dann merkst du: Stirn zu heiß. Augen glasig. Das Kind will nicht essen, will nur bei dir sein. Und du sitzt da mit dem Laptop, dem Kalender, dem schlechten Gewissen, das sich irgendwo zwischen Küche und Sofa breitmacht, noch bevor du überhaupt Kaffee hattest.
Ich kenne das. Dieses kurze Einfrieren, wenn der Plan für den Tag innerhalb von zwei Minuten irrelevant wird. Die Frage, die danach sofort kommt: Und jetzt? Wer übernimmt das, was heute noch erledigt werden sollte? Die Antwort ist jedes Mal dieselbe und jedes Mal neu unangenehm: niemand außer dir.
Das Gewissen kommt dann aus zwei Richtungen gleichzeitig. Du willst wirklich da sein, nicht mit halbem Blick auf den Bildschirm, nicht mit einem Ohr beim Kind und einem Auge auf die ungelesenen Nachrichten. Und gleichzeitig läuft der Kopf: Was bleibt liegen? Wer wartet? Was rutscht heute durch, das ich morgen nicht mehr aufholen kann?
Es gibt keinen perfekten Weg durch solche Tage. Aber es gibt Dinge, die helfen. Mir helfen. Vielleicht auch dir.
Das Problem hat einen Namen: keine Vertretung.
Angestellte haben Lohnfortzahlung. Ein Team das abdeckt. Klare gesetzliche Regelungen für den Ernstfall, Kindkrankentage, Freistellungen, Strukturen, die zumindest auf dem Papier existieren. Als Selbstständige hast du das nicht. Du arbeitest, oder du arbeitest nicht. Beides hat Konsequenzen, finanziell, strukturell, mental.
Und das Ding ist: Darüber redet kaum jemand offen. Der Selbstständigen-Traum wird gerne als Freiheit verkauft. Flexibilität. Selbstbestimmung. Niemand zeigt dir das Bild von der Mama, die nachts E-Mails schreibt, weil das Kind seit drei Tagen krank ist und sie tagsüber keine Hand frei hat. Oder die Anfragen verschiebt und hofft, dass die Kunden Verständnis haben, obwohl sie das eigentlich nicht erwarten kann.
Was ich eine Weile gebraucht habe zu verstehen: Das ist nicht mein Versagen. Das ist ein strukturelles Problem. Selbstständige Mamas bauen etwas auf, das das System nie für sie vorgesehen hat. Also müssen wir unsere eigenen Lösungen finden. Und wir tun es. Jeden Tag neu.
Was mir wirklich hilft
E I N M A L E N T S C H E I D E N . N I C H T D E N G A N Z E N TA G N E U .
Das klingt einfacher als es ist, aber es hat mein Leben an Kranktagen wirklich verändert. Morgens einmal festlegen: Ist heute ein Arbeitstag oder nicht? Wenn das Kind mich wirklich braucht, sage ich mir klar: Heute nicht.
Dann ist der Laptop zu, das Handy liegt weg, und ich bin einfach Mama. Wenn es sich okay fühlt, Filme schaut, döst, nur in meiner Nähe sein will ohne aktive Begleitung, dann arbeite ich in den ruhigen Momenten.
Was mich am meisten Energie kostet, ist nicht die Entscheidung selbst, sondern das ewige Hin-und-Her. Noch schnell die E-Mail. Doch lieber weglegen. Vielleicht doch noch kurz. Das zermürbt mehr, als sich einmal klar zu entscheiden.
Was mir hilft
Ich teile meine Aufgaben in zwei Kategorien. Dinge, die Konzentration brauchen, wie Texte schreiben, kreative Arbeit, Calls und Meetings.
Und Dinge, die auch nebenbei gehen, wie E-Mails beantworten, Planung, Content/Pinterest vorbereiten, Inhalte sortieren.
An Kranktagen kommen nur die Zweiten dran. Der Rest wartet. Und das ist okay.
P U F F E R I M K A L E N D E R . N I C H T A L S L U X U S , S O N D E R N A L S P F L I C H T.
Ich habe lange keinen Puffer geplant, weil ich dachte, das wäre Verschwendung. Leere Zeit, die ich besser füllen sollte. Bis ich gemerkt habe, dass ich ohne Puffer bei jedem unvorhergesehenen Tag ins Chaos rutsche und dann tagelang das Gefühl habe, hinterherzulaufen.
Jetzt plane ich pro Woche mindestens einen halben Tag ein, der nicht verplant ist. Kein festes Thema, keine feste Aufgabe. Einfach Raum. Der Raum, der aufgefüllt wird, wenn das Kind krank ist, wenn der Laptop nicht will, wenn ich selbst einen schlechten Tag habe, wenn das Leben dazwischenkommt. Und das tut es. Immer wieder. Das ist kein Ausnahmefall, das ist der Alltag mit Kindern.
Wer seinen Alltag als selbstständige Mama langfristig besser strukturieren möchte: Ich arbeite gerade an einem Jahreskalender, der genau das mitdenkt. Nicht als strenge Routine, sondern als Orientierung, die Luft lässt und Raum für das echte Leben einplant.
Ich bin noch mitten in der Entwicklung und würde wirklich gerne wissen:
Was braucht ihr? Welche Themen, welche Momente, welche Fragen sollen darin Platz haben? Schreibt mir gerne in die Kommentare oder per DM auf Instagram, was euch bewegt und was in einem solchen Kalender für euch wirklich hilfreich wäre.
D A S S C H L E C H T E G E W I S S E N L O S L A S S E N .
Du bist nicht weniger professionell, weil dein Kind heute krank ist. Du bist nicht weniger zuverlässig, nicht weniger gut in dem, was du tust. Du bist eine Mutter, die gerade beides trägt, und das ist kein Widerspruch zu deinem Business. Das ist ein Teil davon.
Ich weiß, wie schnell man in die Falle tappt, sich für beides zu entschuldigen. Beim Kind, weil man kurz auf den Laptop geschaut hat. Bei den Kunden, weil man heute weniger geschafft hat als geplant. Dieses Gefühl, nirgendwo wirklich ganz zu sein, kennen die meisten Mamas, die selbstständig arbeiten. Es ist real. Und es ist trotzdem keine faire Bewertung von dem, was du leistest.
Ich musste mir das früher noch einreden. Heute weiß ich, was Mamas täglich leisten, ob selbstständig, angestellt, alleinerziehend oder mit Partner, ist schlicht beeindruckend. Das braucht keine von uns sich zu beweisen.
Ein paar Tipps rund ums Kindkranksein
Als Krankenschwester und Mama habe ich so meine Lieblinge, wenn es ums Kranksein geht. Keine vollständige Liste, einfach das, was bei uns wirklich gerne genutzt wird.
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Wer öfter hustende Kinder hat: ein gutes Inhaliergerät ist die Investition, die sich wirklich lohnt. Meine Tochter hat seit dem Babyalter immer wieder mit Pseudokrupp zu kämpfen. Wer das kennt, weiß, was das bedeutet, dieser bellende Husten mitten in der Nacht, das Gefühl der Hilflosigkeit. Der Pari Boy ist für uns seit Jahren fester Bestandteil unserer Hausapotheke. Nicht weil ich es irgendwo gelesen habe, sondern weil er uns immer wieder sehr geholfen hat.
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Knochenbrühe ist eines der ältesten Heilmittel überhaupt. Beim langen Köcheln lösen sich Kollagen, Gelatine, Aminosäuren und Mineralien aus den Knochen. Das Kollagen wird zu Gelatine umgewandelt, die der Körper besonders gut aufnehmen kann. Gut für Darm, Gelenke, Haut und Bindegewebe. Die Aminosäure Glycin wirkt zusätzlich entzündungshemmend und unterstützt die Leber. Wer nicht stundenlang kochen will, greift zur fertigen Variante. Meine Kinder lieben sie!
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